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1. Anfang: Entdeckung und Entscheidung

Ich bewarb mich um das RISE (Research Internships in Science and Engineering) Programm von dem DAAD (Deutscher Akademischer Austausch Dienst) teilweise, weil ich dachte, ich sollte dieses Jahr ein Praktikum machen, aber am Anfang war ich fast sicher, dass ich nicht gehen würde. Ich hatte andere Möglichkeiten, die nicht so weit von zu Hause waren, und ich war gar nicht sicher, dass ich ein Stipendium bekommen würde.

Ich fand das RISE Programm, als ich im Internet nach Praktiken für Studenten in organischer Chemie suchte. Normalerweise macht man so ein Praktikum zwischen dem vorletzten Studienjahr und dem letzten Studienjahr, als ,,Undergraduate'' Student. Ich wusste, wenn ich je ein Praktikum machen wollte, sollte es diesen Sommer sein. Deswegen hatte ich mich entschieden, mich um fünf verschiedene Programme, in New York, Minnesota, Wisconsin, und Deutschland, zu bewerben. Das RISE Programm war für mich besonders interessant, weil ich zwei Hauptfächer studierte-nämlich, Deutsch und Chemie. Es konnte nicht besser sein.

Ich bekam zuerst ein Angebot von der Universität von Milwaukee, aber nach einigen Tagen traf ich die Entscheidung, diese Stelle war für mich nicht richtig. Ich würde den ganzen Sommer in Morris bleiben und freute mich darauf. Aber am nächsten Morgen bekam ich eine E-mail von dem DAAD, mit ,,CONGRATULATIONS'' in der Schlagzeile. Ich wusste nicht, was ich tun sollte: sollte ich in Morris bleiben, wo meine schöne Wohnung und mein Verlobter waren, oder sollte ich mich außerhalb des Kreises der Behaglichkeit begeben und mal sehen, was daraus werden würde? Meine Freunde dachten, ich sei wahnsinnig, als ich nicht sofort ,,Ja, gerne!'' sagte. Aber für mich war die Entscheidung gar nicht so leicht. Ich dachte viel darüber nach, und redete mit der Familie darüber, und am Ende wusste ich, ich sollte gehen. Obwohl ich mir nicht sicher war, würde es nie leichter sein, als jetzt. Ich würde genug Geld von dem DAAD bekommen (615 Euro pro Monat), um für fast alles, was man zum Leben brauchte (wenigstens Wohnung und Essen), zu bezahlen. Die Erfahrung im Labor würde sehr hilfreich und praktisch für meinen Beruf oder für das weitere Studium sein. Ich war 21 Jahre alt—ich hatte noch nie in einem anderen Land studiert, obwohl ich hoffte, Alex und ich würden vielleicht ein oder zwei Jahre in Deutschland wohnen; ich hatte noch wenig Verantwortung; ich wollte die deutsche Sprache so fließend wie möglich sprechen, und nach sieben Jahren Deutschstudium wusste ich, ich musste nach Deutschland gehen, wenn ich je besser sprechen wollte. Shawn (die Mutter von meinem Freund Alex) hat es am besten gesagt: diese Reise war wie ein freier Sprachkurs. Auch Alex dachte, ich sollte gehen... ich würde nie wieder so eine gute Chance bekommen, und die Erfahrung würde gut für mich sein. Also, mit etwas Beklommenheit, traf ich die Entscheidung: ich würde sieben Wochen in Deutschland verbringen, bei Anja Rieche, einer Diplomkandidatin an der Universität Düsseldorf im Forschungszentrum Jülich. Ich wusste, die ersten zwei Wochen würden schwer sein, aber sieben Wochen war eine kurze Zeit—so lange konnte ich allein überleben.

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